HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Verarbeitung von Holz

Holz – so vielseitig wie kein anderer Rohstoff

Vom Vollholz bis zum Zellstoff – Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der vielseitig be- und verarbeitet werden kann. Dabei muss unterschieden werden, ob das Holz mechanisch oder chemisch verarbeitet wird.

Tischler bei der Holzverarbeitung. Quelle: ©industrieblick - stock.adobe.com
Tischler bei der Holzverarbeitung. Quelle: ©industrieblick - stock.adobe.com

Mechanische Holzverarbeitung

Bei der mechanischen Verarbeitung erfolgen die ersten Aufarbeitungsschritte im Sägewerk.

  • Verarbeitung im Sägewerk: Das im Sägewerk angelieferte Rohholz wird als Rundholz zu Brettern, Balken und anderen Formen verarbeitet. Die Schnittware wird sortiert, getrocknet und gelagert bzw. weiterverarbeitet. Nahezu alle im Sägewerk anfallenden Nebenprodukte finden in der Industrie Verwendung.
     
  • Verarbeitung zu Bau- und Konstruktionsholz: Ob Massivholzplatte, Furnierholz, Spanplatte, Grobspanplatte (OSB) oder Faserplatte (z. B. MDF) – abhängig von der Verarbeitung entstehen aus Holz verschiedene Werkstoffe mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (Bau- und Konstruktionsholz).
     
  • Veredelung von Schnittholz: Hobeln, Trocknen, Imprägnieren – die Veredelungsvarianten von Holzbauteilen sind vielfältig und werden im Wesentlichen vom Verwendungszweck des Holzes bestimmt. 
     
  • Recycling von Altholz: Altes Holz, das zuvor zu Brettern, Balken und Möbeln oder anderweitig verarbeitet wurde, wird nach einem Wiederaufbereitungsprozess als Rohstoff einer neuen Verwendung zugeführt. Dadurch wird nicht nur der Bedarf an frisch geschlagenem Holz reduziert, sondern es werden auch Abfälle vermieden. Recyceltes Altholz kann stofflich, zum Beispiel in der Holzwerkstoffindustrie, für Spanplatten oder thermisch verwertet werden. 
     
  • Nebenprodukte der Holzindustrie: Nebenprodukte der Sägeindustrie wie Sägespäne oder Baumrinde werden beispielsweise zu Faserbrei für die Weiterverarbeitung zu Dämmstoffen oder Holzpellets (Heizen mit Holz) verarbeitet.
Holzverarbeitung im Sägewerk. Quelle: Peter Eichler
Holzverarbeitung im Sägewerk. Quelle: Peter Eichler

Chemische Holzverarbeitung

Für die chemische Verarbeitung wird das Holz zunächst in gleichmäßige Holzspäne zerkleinert. Dann erfolgt mit Hilfe von chemischen Lösungsmitteln der Holzaufschluss.

  • Verarbeitung zu Zellstoff: Durch die Einwirkung von Chemikalien und Hitze wird Holz in seine Grundbestandteile Cellulose, Hemicellulose und Lignin getrennt. Cellulose (Zellstoff) ist der Grundstoff sowohl für die Papierherstellung (Papier, Pappe und Karton) als auch in Form von Chemiezellstoff für die Herstellung von Biokunststoffen, Textilfasern und verschiedensten Basischemikalien. Wurde das von der Cellulose abgetrennte Lignin bisher fast ausschließlich energetisch genutzt, findet es zunehmend Verwendung als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Klebstoffen oder als Ersatz für Erdöl bei der Herstellung biobasierter Kunststoffe (Holzbasierte Bioökonomie).

Ein wichtiger Faktor bei der Holzverarbeitung ist mit Blick auf die nachhaltige Bioökonomie und die Klimaschutzziele ein effizienter Umgang mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Wird Holz in der Kreislaufwirtschaft genutzt, bleibt es möglichst lange im Stoff- bzw. Wirtschaftskreislauf und wird erst am Ende energetisch verwertet (Holz in der Kreislaufwirtschaft).

Zahlen, Daten und Fakten zur Produktion von Schnittholz und Holzwerkstoffen finden Sie in unserer Mediathek.

Aus Holzspänen wird Cellulose gewonnen (Quelle: FNR)
Aus Holzspänen wird Cellulose gewonnen (Quelle: FNR)