HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Holz als Rohstoff – Herkunft, Erzeugung und Handel

Ob als Baumaterial oder zur Papier- und Textilherstellung – Holz ist seit Jahrtausenden der wichtigste und vielseitigste nachwachsende Rohstoff des Menschen. Mit Blick auf den Klimawandel und eine nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe steigt der Holzbedarf stetig an. Aber woher kommt der beliebte Rohstoff Holz eigentlich? Natürlich: Aus dem Wald. 

Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald ist Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsgebiet zugleich. Für tausende Pflanzen und Tiere ist er ein natürliches Habitat und ein vielfältiges Ökosystem (Wissenswertes: Ökosystemleistung des Waldes). Als Luftreiniger, Wasserfilter und -quelle ist der Wald nicht nur einer der bedeutendsten Klimaschützer, sondern für den Menschen zugleich auch ein Ort der Entspannung und Freizeitgebiet sowie eine unverzichtbare Rohstoffquelle.

Wald bei Neukloster. Quelle: Axel Schmidt, www.axelschmidt.net
Wald bei Neukloster. Quelle: Axel Schmidt, www.axelschmidt.net

Fünf Fakten zum Wald in Deutschland

  • Mit einer Waldfläche von ca. 11,4 Mio. Hektar sind circa 32% der Landfläche in Deutschland mit Wald bedeckt.
  • In den deutschen Wäldern wachsen heute ca. 90 Milliarden Bäume. Das sind pro Einwohner über 1.000 Bäume (Mehr zum Thema Holzvorrat).
  • Vier heimische Baumarten dominieren den Wald in Deutschland: Fichte (25% der Waldfläche), Kiefer (22% der Waldfläche), Buche (15% der Waldfläche) und Eiche (10% der Waldfläche).
  • Die mit der nachhaltigen Forst- und Holzwirtschaft befassten Betriebe beschäftigen im Wirtschaftscluster Forst & Holz aktuell ca. 1 Millionen Menschen. 
  • Die Kohlenstoffvorräte der Wälder betragen rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff (Mehr zum Thema Klimaschutz durch Holz)

Jetzt weitere Informationen zum Thema Wald ansehen: kiwuh.de.

Infografik Ökosystemleistungen. Quelle: BMEL, Thünen-Institut
Infografik Ökosystemleistungen. Quelle: BMEL, Thünen-Institut

Die Holzerzeugung in Deutschland

Holz wächst in Deutschland in sehr produktiven Wäldern mit hohen Zuwachsraten von über 120 Millionen m³ im Jahr. Mit ca. 3,9 Mrd. m³ waren die Holzvorräte in den Wäldern Deutschlands im Jahr 2017 (Kohlenstoffinventur 2017) auf dem bisher höchsten Stand seit Beginn einer geregelten Forstwirtschaft. Deutschland ist damit das holzreichste Land Europas. Insgesamt wuchs in den deutschen Wäldern in den vergangenen Jahrzehnten deutlich mehr Holz heran, als geerntet wird. 

Grund dafür ist die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder. Der Wald in Deutschland wird nicht übernutzt, sondern seit Generationen nachhaltig bewirtschaftet. Dennoch wirkt sich der Klimawandel direkt auf den Holzvorrat aus: In den Jahren 2018 bis 2020 sind nach Schätzungen des BMEL ca. 170 Millionen m³ Schadholz (vorwiegend Fichte) angefallen (Mehr zum Thema Holzvorrat)

Für die heimischen Betriebe ist das in Deutschland geerntete Holz eine existenzsichernde Rohstoffbasis. Holzproduktion und -verarbeitung sichern zahlreiche Arbeitsplätze im Land. Der Jahresumsatz des gesamten Clusters Forst und Holz (einschließlich Druckerei- und Verlagswesen) beträgt rund 180 Milliarden Euro. Damit trägt die Holzproduktion und Holzverarbeitung wesentlich zur Wertschöpfung bei – vor allem im ländlichen Raum.

Holz hat das Potenzial, fossile Ressourcen zu ersetzen. Das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz (Klimaschutz durch Holz). Vom Baustoff (Holz als Baustoff) bis zum Kleidungsstück (innovative Holzprodukte) – aufgrund seiner Eigenschaften kann Holz vieles sein. Stofflich wird vor allem Nadelholz verwendet – circa 69% des Rohholzes wurden im Jahr 2020 zunächst stofflich genutzt (Holzbasierte Bioökonomie) – während das Laubrohholz zur Zeit vorwiegend (66% des Rohholzaufkommens) energetisch verwendet wird (Heizen mit Holz).

 

Holzernte. Quelle: Andreas Kirschek - stock.adobe.com
Waldarbeiter bei der Holzernte. Quelle: Andreas Kirschek - stock.adobe.com

Holzhandel und Holzmarkt

Die Länder der Europäischen Union sind mit einem Anteil von 80 % Haupthandelspartner im Marktsektor Holz. Deutschland exportierte allein im Jahr 2019 rund 9 Millionen m³ Rohholz (Thünen 2019). Damit ist Deutschland weltweit neben China und den USA der größte Exporteur (nach Werten) von Holz und Holzprodukten. Knapp 7,6 Millionen m³ Rohholz wurden im Jahr 2019 von Deutschland importiert (Thünen 2019). 

Um sichtbar zu machen, wie die Welthandelsströme mit Holzprodukten strukturiert sind und wie sie sich mit der Zeit verändern, analysiert das Thünen Institut seit 1993 in regelmäßigen Abständen Daten zum globalen Handel mit Holzprodukten: Weltholzhandel

Weitere Daten und Fakten zu den Themen Wald und Holz stehen in der FNR-Mediathek zum Download bereit. 

Holzhandel. Quelle: Edler von Rabenstein - stock.adobe.com
Holzhandel. Quelle: Edler von Rabenstein - stock.adobe.com