HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung

Heute schon an morgen denken

Mit Blick auf die Klimaschutzziele und die Sicherung der Rohstoffverfügbarkeit für zukünftige Generationen spielt ein nachhaltiger und ressourcenschonender Rohstoff- und Materialeinsatz in der Forst- und Holzwirtschaft eine entscheidende Rolle. Holz hat das Potenzial fossile Ressourcen zu ersetzen: Die stoffliche und nachhaltige Nutzung dieses nachwachsenden Rohstoffs leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Nachhaltigkeit fängt aber nicht erst bei der Holznutzung an, sondern schon viel früher – und zwar im Wald.

Quelle: _je - stock.Wald. Quelle: _je - stock.adobe.com.com
Nachhaltige Waldbewirtschaftung. Quelle: _je - stock.adobe.com

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung verfolgt das Ziel, dauerhaft und optimal die vielfältigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen des Waldes für gegenwärtige und zukünftige Generationen sicherzustellen. Kommt das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen, wird dem Wald nur so viel Holz entnommen wie dauerhaft wieder nachwachsen kann. Dieses Nachhaltigkeitsprinzip hielt bereits im 18. Jahrhundert in der Fortwirtschaft Einzug (Wissenswertes: Nachhaltigkeit hat viele Väter) und gilt bis heute. Unkontrollierte Rodungen, Kahlschläge und eine Übernutzung des Waldes werden durch die Bundes- und Landeswaldgesetze verhindert. Stattdessen sollen die Ökosystemleistungen des Waldes – also die materiellen Versorgungsleistungen, die Regulierungsleistungen und die kulturell bedeutsamen Leistungen des Waldes – langfristig erhalten bleiben (Wissenswertes: Ökosystemleistungen). 

Deutschland hat eine Waldfläche von rund 11,4 Mio. Hektar (ca. 31% Anteil der Landesfläche). Mit insgesamt knapp 3,7 Mrd. m³ Holzvorrat ist  Deutschland das holzreichste Land Europas (Holzvorrat). Für Holzimporte nach Deutschland gelten die bestehenden EU-rechtlichen und internationalen Vereinbarungen, wie die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) und das Holzhandelssicherungsgesetz (HolzSiG). Der Tropenwaldzerstörung, dem Raubbau und dem Verkauf von illegal eingeschlagenem Holz wird somit aktiv vorgebeugt. 

Buchenwald im Herbst. Quelle: FNR
Buchenwald im Herbst. Quelle: FNR

Nachhaltigkeitszertifizierung

Neben der Sicherung der zukünftigen Rohstoffverfügbarkeit zählen auch die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Funktionen des Waldes zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Ein wichtiges Instrument, um die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu sichern, ist die Waldzertifizierung. Spezielle unabhängige Zertifizierungssysteme, wie beispielsweise FSC und PEFC gehen über bestehende Bundes- und Landeswaldgesetze hinaus. Mit ihnen können sich die Waldbesitzenden ihre nachhaltige Waldbewirtschaftung dokumentieren und zertifizieren lassen. 

Dass es sich um Holz aus nachhaltiger Produktion handelt, wird für Verbraucherinnen und Verbraucher durch die entsprechenden Gütesiegel im Rahmen der Nachhaltigkeitszertifizierung ersichtlich. Für eine nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft sind in Deutschland vor allem die folgenden Gütesiegel relevant.

Zertifizierung. Quelle: Axel Schmidt, www.axelschmidt.net
Zertifizierung des Waldes. Quelle: Axel Schmidt, www.axelschmidt.net

FSC®- Zertifikat (Forest Stewardship Council)

  • FSC 100%: kennzeichnet Produkte, die zu 100% mit Holz (oder Holzfasern) aus vorbildlich bewirtschafteten, FSC zertifizierten Wäldern hergestellt wurden.
  • FSC Recycled: kennzeichnet Produkte, die zu 100% aus Gebraucht- oder Restholz (-holzfasern) hergestellt wurden. Mindestens 85% stammen dabei aus Holzmaterialien oder -fasern, die bereits genutzt wurden (Post-Consumer Recycling), die restlichen 15% aus Materialien, die für die eigentliche Bestimmung nicht genutzt werden konnten (Pre-Consumer Recyclingmaterial).
  • FSC Mix: kennzeichnet Produkte, die zu mindestens 70% mit Holz (oder Holzfasern) aus FSC-zertifizierten Wäldern oder Post-Consumer Recyclingmaterialien hergestellt wurden. Beimischung von anderen verantwortungsvollen Quellen sind bis zu 30% erlaubt.

Die Materialströme der FSC zertifizierten Materialien in und zwischen Unternehmen werden durch ein lückenloses System der Produktkettenzertifizierung überprüft. Die weltweit gültigen Zertifikate können unter https://fsc.org/ überprüft werden.

FSC-Logo
FSC-Logo

PEFC- Zertifikat (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)

PEFC zertifiziert Produkte, deren zur Produktion eingesetzter Holzrohstoffe (oder Holzfasern) zu mindestens 70% aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Alle eingesetzten Rohstoffe stammen nachweislich aus nachhaltigen Quellen. Illegaler Holzeinschlag, Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen, genetisch veränderte Organismen etc. sind ausgeschlossen. 

Alle beteiligten verarbeitenden Betriebe erfüllen die Anforderungen von PEFC für die Produktionskette (Chain-of-Custody; COC).

PEFC hat ein Vergleichsblatt mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen PEFC und FSC herausgegeben. Hier der Stand von 2018 verlinkt 

PEFC-Logo
PEFC-Logo

Naturland-Ökosiegel

Mit den „Verarbeitungsrichtlinien für Holz aus ökologischer Waldnutzung“ bietet Naturland die Grundlagen für die Zertifizierung verarbeiteter Holzprodukte: 

  • Vollständiger Verzicht auf Kahlschläge und den Einsatz von Chemikalien wie Pestizide und Düngemittel.
  • Möglichst wenig Eingriffe in die natürlichen Entwicklungsabläufe des Waldes.
  • Abgestorbene Bäume verbleiben als ökologisch wertvolles Biotopholz im Wald.
  • Einzelne Teile des Waldes bleiben gänzlich unberührt. 
  • Regelmäßige Überprüfung der Handelsketten vom Wald bis zum Endprodukt durch von Naturland beauftragte unabhängige Kontrolleure.
Naturland-Ökosiegel
Naturland-Ökosiegel

Holz von Hier© – Umweltzeichen

Holz von hier ist ein Umweltzeichen ISO Typ I, welches nachvollziehbar die Stoffströme entlang der gesamten Verarbeitungskette bis zum Produkt erfasst und dokumentiert. Das Umweltlabel erfasst die tatsächlichen Holztransporte und die damit verbundenen Umweltwirkungen. Zertifiziert wird ein konkretes Einzelprodukt oder eine Liefercharge.

  • Das verwendete Holz stammt nachweislich aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
  • Verbot von Holz aus Urwäldern (borealen und tropischen Primärwäldern).
  • Verbot von Holz international gefährdeter Baumarten (nach der internationalen Roten Liste von IUCN).
  • Das Holz hat überdurchschnittlich kurze Transportwege entlang der gesamten Verarbeitungskette zurückgelegt und ist damit besonders klimafreundlich.
Holz von hier-Logo
Holz von hier-Logo

Weitere Informationen zu nachhaltigen Holzprodukten

  • Informationen zur nachhaltigen Beschaffung und zum Thema nachwachsende Rohstoffe im Einkauf liefert die Website beschaffung.fnr.de
     
  • Das Thünen-Kompetenzzentrum für Holzherkünfte ist zentrale Anlaufstelle für Behörden, Holzhandel, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für Verbände bei Fragen des Art- und Herkunftsnachweises von Holz und Holzprodukten. Mit dem Ratgeber „Holz- und Holzprodukte legal handeln“ liefert das Thünen-Kompetenzzentrum für Holzherkünfte einen Leitfaden zur Holzartenbestimmung und Herkunftskontrolle.