HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Holzarten

Holz hat viele Gesichter

Auf der ganzen Welt gibt es rund 25.000 verschiedene Holzarten. In Deutschland sind 88 Holzarten heimisch, wobei nur elf verschiedene Holzarten circa 90% der gesamten deutschen Holzbodenfläche ausmachen. Rund 45% der gesamten Waldfläche Deutschlands sind von Laubbäumen bedeckt (BWI³). Rund 55% der Waldfläche entfallen auf Nadelbaumarten (BWI³).

Holzarten. Quelle: stock.adobe.com
Holz ist vielfältig. Quelle: stock.adobe.com

Nadelholz

Nadelhölzer haben einen besonders gleichmäßigen, geraden Wuchs und weisen darüber hinaus eine geringe Dichte auf. Die strukturellen, physikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften des Holzes sind damit gut vorhersehbar. Diese gute Vorhersehbarkeit führt dazu, dass Nadelhölzer besonders als Baustoff sehr beliebt sind (Holz als Baustoff). 

Nadelholz kann das! 

  • Fichte: Fichtenholz wächst schnell nach, ist leicht und fest zugleich und wird vorwiegend als Baustoff  und zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet. Da Fichtenholz nur bedingt witterungsbeständig ist, wird es vor allem im Innenbereich für Dachstühle, Wände, Decken, Fußböden und Wandverkleidungen genutzt. Als Industrieholz wird Fichtenholz zudem zur Herstellung von Span- und Faserplatten eingesetzt. Wirtschaftlich betrachtet ist das Fichtenholz eine der wichtigsten einheimischen Holzarten in Deutschland.
     
  • Kiefer: Kiefernholz überzeugt durch seine Stabilität und Langlebigkeit. Aus diesem Grund ist Kiefernholz eine beliebtes Material im Hoch-, Tief- und Wasserbau sowie für Türen, Fenster und Fassadenelemente. Im Innenbereich wird es für den Bau von Möbeln und Haus- und Küchengeräten, Treppen und Fußböden eingesetzt. Im Außenbereich wird Kiefernholz unter anderem als Pfosten, Pfahl oder Zaunelement verwendet. Kiefernholz ist die wichtigste Holzart zur Herstellung von Holzwerkstoffen.
     
  • Tanne: Die Eigenschaften von Fichten- und Tannenholz sind ähnlich, sodass es als Bau- und Konstruktionsholz und als Industrieholz somit zu den gleichen Zwecken eingesetzt wird wie Fichtenholz. Da Tannenholz aber weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist, findet es vor allem in Möbeln aus Holz und für die Herstellung von Behältnissen für chemische Lösungen und teilweise im Erd- und Wasserbau Anwendung.
     
  • Lärche: Markante Farbunterschiede zwischen Kern- und Splintholz machen Lärchenholz zu einem dekorativen Material für Möbel, Fußböden, Treppen, Türen, Toren und Fensterrahmen. Aufgrund der hohen Dauerhaftigkeit des Lärchenholzes wird es nicht nur im Innenbereich, sondern ebenso im Außenbereich für den Bau von Terrassen, Zäunen usw. geschätzt. 
     
  • Douglasie: Douglasienholz ist sehr dekorativ und daher vor allem im Innenausbau und als Ausstattungsholz sehr beliebt. Die natürliche Dauerhaftigkeit des Douglasienholzes führt aber auch dazu, dass es ebenso als Bau- und Konstruktionsholz – beispielsweise für den Bau von Fachwerkbauten, Terrassen und Balkonen – eingesetzt wird. 

In der Broschüre Sortierkatalog Nadelholz werden die charakteristischen und für die Qualitätssortierung relevanten Merkmale von Nadelstammholz bildhaft veranschaulicht.

Waldkindergarten am Salvator in Schwäbisch-Gmünd (Innenraum), Holz: Fichte, Klaiber + Oettle Architekten und Ingenieure GbR, Schwäbisch Gmünd, Quelle: Conné van d’Grachten
Waldkindergarten am Salvator in Schwäbisch-Gmünd (Innenraum), Holz: Fichte, Klaiber + Oettle Architekten und Ingenieure GbR, Schwäbisch Gmünd, Quelle: Conné van d’Grachten

Laubholz

Im Vergleich zu den Nadelhölzern sind Laubhölzer oft schwerer, fester und härter. Zudem sind die Stammformen und auch der Kronenbereich sehr variabel. Auch zwischen den Baumarten sind die anatomischen Unterschiede groß. Dies bringt Herausforderungen für die maschinelle Verarbeitung von Laubholz im Vergleich zum Nadelholz mit sich. Der überwiegende Teil des anfallenden Laubholzes wird bisher vorwiegend energetisch genutzt (Heizen mit Holz). Laubholz ist aber viel mehr als ein Energieprodukt.    

Laubholz kann das!

  • Buche: Buchenholz ist das mengenmäßig bedeutendste einheimische Laubholz mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Es wird hauptsächlich für die Herstellung von Möbeln, im Innenausbau sowie für die Herstellung von Haushaltsgeräten und Spielzeugen verwendet. Zudem findet Buchenholz Anwendung in der Produktion von Verpackungsmaterialien (einschließlich Paletten, Span- und Faserplatten sowie Sperrholz). 
     
  • Eiche: Aufgrund seiner guten Witterungsbeständigkeit wird Eichenholz im Hoch-, Tief- und Wasserbau, für Fenster und Türen, im Boots- und Schiffbau und sogar beim Fahrzeugbau eingesetzt. Das „harte“ Holz der Eiche eignet sich zudem für den Bau von Weichenschwellen, Fässern und Werkzeugen. Zudem wird Eichenholz vielseitig im dekorativen Möbel- und Innenausbau eingesetzt.
     
  • Birke: Besonders in den skandinavischen Ländern hat Birkenholz in der Möbelindustrie einen hohen Stellenwert. Im Instrumentenbau wird Birkenholz beispielsweise in Gitarren und Klavieren eingesetzt. Das Potenzial der Birke für die nachhaltige Waldbewirtschaftung wurde durch das Waldklimafond geförderte Forschungsvorhaben „PlanBirke – forsch voran“ untersucht. 
     
  • Esche: Die markante gestreifte bzw. gefladerte Textur macht das Eschenholz zu einem beliebten Ausstattungsholz. Als Massivholz und als Furnier wird es vielfältig für die Herstellung von Möbeln, Dielenfußböden und im dekorativen Innenausbau eingesetzt. 
     
  • Erle: Vom Möbelstück über Instrumentenhälse bis hin zum Holzschuh – Erlenholz ist vielfältig einsetzbar. Da sich Erlenholz eine gute Beizbarkeit aufweist, ist es ein beliebtes Material zur Restauration von Möbeln, um beispielsweise Edelhölzer wie Nussbaum oder Kirschbaum zu imitieren. 

Damit sind die Einsatzmöglichkeiten von Laubholz keineswegs erschöpft. Einen Einblick in die Vielfalt der heimischen Laubhölzer liefert die Broschüre "Laubholz. Über die Nutzung und Verwendung einheimischer Laubhölzer". Mit dem Waldumbau hin zu klimaresistenten Mischwäldern und die damit zukünftig verstärkt anfallenden Laubholzmengen steigt das Potenzial, bestehende Märkte zu erweitern und neue Produktmärkte für das Laubholz zu erschließen (innovative Holzprodukte). 

Die Broschüre "LAUBHOLZ-Produktmärkte" fasst die Ergebnisse der Zukunftsstudie „Marktpotenziale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht“ zusammen. Sie bietet einen Überblick über die Entwicklung der Laubholzproduktmärkte in Vergangenheit und Zukunft: Broschüre LAUBHOLZ-Produktmärkte.

Eine möglichst umfassende stoffliche Nutzung von Laub- und Nadelhölzern im Sinne der Kaskadennutzung (Holz in der Kreislaufwirtschaft) bindet langfristig Kohlenstoff und trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei (Klimaschutz durch Holz).

Spielzeug aus Laubholz. Quelle: stock.adobe.com
Spielzeug aus Laubholz. Quelle: stock.adobe.com

Weitere Informationen

Eine Übersicht über die heimischen Holzarten, ihre Verbreitung und Verwendungsmöglichkeiten stellt das Thünen-Institut zur Verfügung: Einheimische Holzarten.

Detaillierte Informationen zu über 150 weltweit gehandelten Holzarten, ihren Herkünften, Verwendungen und Eigenschaften bietet zudem das Holzarten-ABC des GD Holz.