HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Nebenprodukte der Holzindustrie

Ein Rohstoff effizient genutzt

Sowohl bei der Produktion von Schnittholz als auch in der holzbe- und -verarbeitenden Industrie fallen Holzreste an. Sofern Holzreste aus der Produktion direkt verwendet werden, ist dieses Restholz kein Abfall, sondern ein Koppel- bzw. Nebenprodukt der Holzindustrie.

Nebenprodukte der Holzindustrie
Nebenprodukte der Holzindustrie sind Holzreste, die bei der Verarbeitung von entrindeten Stämmen zu Nutzholz oder bei der nachfolgenden Holzverarbeitung anfallen.

Abhängig vom Ort ihrer Entstehung wird zwischen Sägenebenprodukten, Industrierestholz und Schwarzlauge unterschieden.

Hackschnitzel – ein Nebenprodukt der Holzwerkstoffindustrie, Quelle: ©chocolatefather - stock.adobe.com
Hackschnitzel – ein Nebenprodukt der Holzwerkstoffindustrie, Quelle: ©chocolatefather - stock.adobe.com

Sägenebenprodukte

Sägenebenprodukte
Sägenebenprodukte sind Produkte, die bei der Produktion von Schnittholz entstehen – beispielsweise Hackschnitzel, Schwarten, Spreißel oder Sägespäne.

Bei der Produktion von Schnittholz fallen jährlich rund 17 Millionen Kubikmeter Sägenebenprodukte an. Ein Festmeter Nadelholz ergibt durchschnittlich 60 % Schnittholz und 40 % Sägenebenprodukte.

Diese Sägenebenprodukte können stofflich als sogenannter Sekundärrohstoff  für die Herstellung von Holzwerkstoffen, Papier und Zellstoff oder innovativen Holzprodukten verwendet werden. Alternativ werden sie zur Erzeugung von Wärme und Strom direkt im Sägewerk – zum Beispiel für die Holztrocknung – oder für die Produktion von Energieholzprodukten (Pellets, Briketts) eingesetzt.

Hackschnitzel für die Produktion von Holzwerkstoffen, Quelle: FNR/Siria Wildermann
Hackschnitzel für die Produktion von Holzwerkstoffen, Quelle: FNR/Siria Wildermann

Industrierestholz

Industrierestholz
Industrierestholz fällt bei der Weiterverarbeitung von Schnittholz und Holzprodukten in der be- und verarbeitenden Industrie – beispielsweise in der Bau-, Holzwerkstoff-, Verpackungs- oder Möbelindustrie – an.

Industrierestholz wird zum größten Teil energetisch als Brennstoff genutzt. Die stoffliche Nutzung von Industrieresthölzern verspricht jedoch insbesondere in der Holzwerkstoffindustrie, welche zum Teil auch eigene Reststoffe in den Kreislauf zurückführt, bedeutende Wertschöpfungspotenziale: Industrieresthölzer sind z. B. ein bedeutender Rohstoff für die Produktion von Spanplatten.

 

Schwarzlauge

Schwarzlauge
Schwarzlauge ist ein energie- und ligninreiches Nebenprodukt der Zellstoffherstellung.

Bei der Zellstoffherstellung wird das Holz in seine Bestandteile – Lignin und Cellulose – zerlegt. Dabei fällt als Nebenprodukt die sogenannte Schwarzlauge als eine wässrige Lösung aus Ligninresten, Hemicellulosen und Chemikalien an.

Schwarzlauge enthält mehr als die Hälfte des Energiegehalts des Holzes und wird bisher vorwiegend in der Zellstoff- und Papierindustrie direkt zur Gewinnung von Wärme und Strom eingesetzt. Stofflich wird Schwarzlauge unter anderem für die Herstellung von Biokraftstoffen verwendet. Weitere Nutzungspotenziale bietet die Herstellung biobasierter Produkte in der chemischen Industrie (holzbasierte Bioökonomie).

Herstellung von Zellstoff für die Papierproduktion. Als Nebenprodukt fällt Schwarzlaug an, Quelle: Kathleen Friedrich Photography
Herstellung von Zellstoff für die Papierproduktion. Als Nebenprodukt fällt Schwarzlaug an, Quelle: Kathleen Friedrich Photography

Projektförderung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt über die FNR zahlreiche Vorhaben zur Wald- und Holzforschung im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen (FPNR) und dessen Vorläufer oder fördert Forschungsvorhaben zusammen mit dem Bundesumweltministerium (BMUV) über den Waldklimafonds.

Weitere Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten, die eine material- und energieeffiziente Holznutzung oder die holzbasierte Bioökonomie befördern, sind auf der Website der Charta für Holz 2.0 zu finden: Förderprojekte Material und Energieeffizienz und Bioökonomie.