HolzFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Holz in der Kreislaufwirtschaft

Für eine nachhaltige Zukunft

Holz ist einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe auf dem Weg in eine biobasierte und nachhaltige Zukunft. Bei nur begrenzt erweiterbarem Rohstoffaufkommen ist es gemeinsames Ziel der Forst- und Holzwirtschaft, das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung effizient zu nutzen. Wird nachhaltig produziertes Holz stofflich genutzt, können klimaschädliche Rohstoffe ersetzt werden. Die energetische Holzverwendung und der geringere Energieverbrauch bei der Herstellung von Produkten aus Holz ermöglicht zudem einen schonenden Umgang mit fossilen Ressourcen. 

Die Grafik zur Kreislaufwirtschaft der Holznutzung steht in der Mediathek zum Download bereit. Quelle: FNR/2023
Die Grafik zur Kreislaufwirtschaft der Holznutzung steht in der Mediathek zum Download bereit. Quelle: FNR/2023

Holz nutzen – immer effizient!

Ressourceneffizienz ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes und der nachhaltigen Bioökonomie. Besonders effizient ist es, Holz im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft (engl. Circular Economy) zu nutzen. Das Holz sollte also eine möglichst lange Nutzungskaskade durchlaufen. 

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, das Holz möglichst lange im Stoff- bzw. Wirtschaftskreislauf zu halten:

  • Aufgrund seiner technischen Vorzüge kann Holz in den ersten Nutzungsstufen zunächst stofflich verwendet werden, beispielsweise als Konstruktionsvollholz (Holz als Baustoff) im Möbel- oder Innenausbau.
  • Durch das Recycling von Altholz können die ästhetischen Qualitäten des Holzes erneut gezielt genutzt werden, beispielsweise wiederum im Möbelbau oder im Innenausbau. 
  • Erst wenn das Holz stofflich nicht mehr verwertet werden kann, sollte es der energetischen Verwertung zugeführt werden (Heizen mit Holz). 

Damit wird die Masse an Holz im Kreislauf weiter erhöht. Zudem werden durch die zirkuläre Wertschöpfung Abfallaufkommen und Emissionen minimiert. 

Die positive Klimawirkung bei der Verwendung von Holz in Produkten wird durch die Speicherwirkung des Kohlenstoffs im Holz während des Baumwachstums und im Laufe der stofflichen Nutzung erzielt. Wird das Holz möglichst lange im Wirtschaftskreislauf verwendet, kommt das sowohl der Wirtschaft als auch der Umwelt zu Gute (Klimaschutz durch Holz).

Die 45-minütige Videoreportage erläutert die Mehrfachnutzung von Holz - abrufbar auf dem FNR-YouTube-Kanal https://www.youtube.com/fnrvideos. Quelle: FNR/2023
Die 45-minütige Videoreportage erläutert die Mehrfachnutzung von Holz - abrufbar auf dem FNR-YouTube-Kanal https://www.youtube.com/fnrvideos. Quelle: FNR/2023

Kaskadennutzung von Holz

Ein Kubikmeter Rohholz aus dem Wald und ein Kubikmeter Sekundärrohstoff aus Kaskadennutzung ergeben in der Kreislaufwirtschaft zwei Kubikmeter Holzprodukte. Selbstverständlich bleibt ein Kubikmeter Waldholz auch nach der Verarbeitung ein Kubikmeter Holz – abzüglich der bei der Verarbeitung anfallenden Reststoffe wie Rinde und Späne bei der Holzbearbeitung oder Schwarzlauge in der Zellstoffindustrie. In der Kreislaufwirtschaft werden diese Reststoffe nicht entsorgt, sondern fließen als Rohstoff wieder in den Stoffkreislauf zurück – Späne z. B. für die Spanplatten- oder Pelletherstellung.

Durch die Kaskadennutzung, also die Weiterverwendung und das Recycling z. B. von Altholz oder Papier, wird jährlich noch einmal genauso viel Holzrohstoff in den Stoffkreislauf eingespeist wie Primärholz aus dem Wald.

Die Broschüre „Holzrohstoffbilanzierung – Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung“ stellt die Stoffströme aller Holzrohstoffe in Deutschland über den Zeitraum von 1990 bis 2020 dar. Aus diesen Daten wurde u. a. der sogenannte Kaskadenfaktor ermittelt, der das Verhältnis des insgesamt eingesetzten Materials zur primären Biomasse bezeichnet. 2020 lag der Kaskadenfaktor in Deutschland bei 2,12 – aus einem Kubikmeter Primärholz konnten durch die Verwendung sekundärer Rohstoffe gut zwei Kubikmeter Holzprodukte generiert werden

Aus eins mach zwei: So wird Holz effizient genutzt. Quelle: FNR 2023
Aus eins mach zwei: So wird Holz effizient genutzt. Quelle: FNR 2023

Materialeffizienz

Die Mehrfachnutzung des Holzes verbessert die Materialeffizienz. Das Ziel, Holz möglichst effizient zu nutzen, kann aber auch dadurch erreicht werden, dass für Produkte mit gleicher technischer Leistungsfähigkeit weniger Holz eingesetzt wird, z. B. durch leichtere Holzwerkstoffe im Holzbau (Holz als Baustoff). Dies wird durch kontinuierliche Optimierung der Prozesse oder Produkte sowie die Entwicklung innovativer Werkstoffe erreicht, etwa durch Kombination mit anderen Materialien. 

Empfehlungen zur Etablierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft bei der Nutzung von Holz legte die Arbeitsgruppe Material- und Energieeffizienz der Charta für Holz 2.0. vor: Empfehlungen der AG Effizienz: Etablierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft bei der Nutzung von Holz

Herstellung von Faserplatten. Quelle: Swen Bernitz
Herstellung von Faserplatten. Quelle: Swen Bernitz

Energieeffizienz

Holz ist ein für die Energiewende unverzichtbarer erneuerbarer Energieträger: 

  • In Deutschland wird derzeit etwa ein Drittel der erneuerbaren Energien aus Holz erzeugt. 
  • Energieholz liefert 66% der erneuerbaren Wärme und 4,3% des erneuerbaren Stroms.

Die Holzwirtschaft hat im Vergleich zu anderen Industriezweigen einen verhältnismäßig geringen Energieverbrauch und reduziert erfolgreich ihren spezifischen Energieeinsatz.

Eine hohe Energieeffizienz ist auch bei der energetischen Holzverwertung geboten, z. B. mit hocheffizienten Holz- oder Pelletbrennwertkesseln oder Anlagen zur gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung. 
In Privathaushalten, Kommunen und Gewerben können innovative Öfen und Holzheizkessel mit wirksamen Feinstaubabscheidern Emissionen mindern und die Umwelt entlasten. Mehr zum Thema Heizen mit Holz: heizen.fnr.de.

Energetische Holznutzung. Quelle: ©maho - stock.adobe.com
Energetische Holznutzung. Quelle: ©maho - stock.adobe.com

Projektförderung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt über die FNR zahlreiche Vorhaben zur Wald- und Holzforschung im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen (FPNR), dessen Vorgänger und zusammen mit dem Bundesumweltministerium (BMUV) über den Waldklimafonds.

Weitere Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten, mit denen eine material- und energieeffiziente Holznutzung gefördert wird, sind auf der Website der Charta für Holz 2.0 zu finden: Förderprojekte Material und Energieeffizienz